Ich zitterte, zog fröstelnd die Schultern hoch und schlang den Schal fester um meinen Hals. Meine gesamdte Umgebung blendete ich aus, konzentrierte mich nur auf mich selbst. Alles verschwamm vor meinen Augen. Das flaue Gefühl in meinem Magen nahm zu und breitete sich aus. In meinem Kopf dröhnte es, so schnell überschlugen sich meine Gedanken. Sie haben mich gewarnt, haben gesagt das es passieren würde. Aber ich hatte es nicht wahrhaben wollen. Ich glaubte kalte, kleine Regentropfen auf meiner Haut zu spüren, war mir jedoch nicht ganz sicher. Ich hatte mein ganzes Leben sorgfältig aufgebund nun fiel alles in sich zusammen wie ein Kartenhaus. Vielleicht liefen Tränen über mein Gesicht, vielleicht war es der Regen. Ich hörte Schreie, sie wurden immer lauter. Immer mehrere unterschiedliche Stimmen kamen dazu. Bilder tauchten in meinem Gedächnis auf. Bilder aus meiner Kindheit, Bilder aus meinem ganzen Leben. Als ich sechs war warf mein Onkel mich in den Pool, um zu testen ob ich schwimmen konnte. Ich konnte es nicht, bekam Panik, atmete schwer und wurde vom Wasser verschluckt. Mein Onkel sprang erschrocken hinter mir her und rettete mich... Ich sah mein ganzes Leben. Nicht flüssig, sondern in Bildern. Ich sah mich als Teenager glücklich auf dem Balkon sitzen, im Altersheim meine Oma besuchen, die wenige Wochen später verstarb. Hörte meine Mutter schreien, drehte mich um und sah ihren Gesichtsausdruck. Seltsam erstarrt, teilnahmslos und trotzdem voller Panik. Damals war ich 12 und fuhr mit meinem Fahrrad über die Straße. Sie stand auf der anderen Straßenseite als das Auto kam. Ich bekam einen Adrenalinanstoß und fuhr schneller, nur wenige Meter von dem Auto entfernt und erreichte den rettenden Bürgersteig. Ich drehte mich erneut zu ihr um und sah erneut ihren Gesichtsausdruck. Ihr Gesicht kam zusammen mit den weit aufgerissenen Augen immer näher. Nun hörte ich auch ihre Stimme, die in tausenden Situationen meinen Namen rief. Immer wieder. Mal panisch, mal ungeduldig, mal ruhig, mal liebevoll. Dann sah ich das Gesicht meines Vaters. Es bewegte sich nicht, mit seinen wunderschönen Augen sah er mich an. Er sah besorgt aus, mein Vater. Die Bilder verschwammen und waren schließlich komplett verschwunden. Meine Augen öffneten sich für einen Moment und ich konnte klar sehen. Ich blickte nach oben und erhaschte einen Blick auf die Sonne. Genau in diesem Moment blitzte ein Sonnenstrahl vor meinen Augen auf. Es war das letzte was ich sah. Dann spürte ich meinen Körper, jeden einzelnen Muskel, jede Bewegung. Ich lief so schnell ich konnte. Vor meinen geschlossenen Augen sah ich einen Schatten. Ich versuchte zu blinzeln, war panisch und sprang. Es fühlte sich endlos an. Eine kleine Ewigkeit, obwohl es warscheinlich nur ein paar Sekunden waren. Ich bekam eine Gänsehaut und es regnete immer noch. Dann prallte ich am Boden auf. Ich atmete ein letztes mal, dann hörte mein Herz auf zu schlagen und ich war von der Stille umhüllt.
Hallo, da ich heute mit einer starken Erkältung im Bett liege und diesen Text, den ich in den Sommerferien mal geschrieben hatte wiedergefunden habe, dachte ich mir ich poste ihn mal. Das mit dem Fahrrad ist mir wirklich mal passiert, doch alles andere entstammt meiner Fantasie. Jedenfalls wünsche ich euch noch einen schönen Tag. Hättet ihr eigentlich Interesse an einer Roomtour?
Bis bald, eure Anika
Der Text ist richtig gut geschrieben!♥ Gefällt mir echt!
AntwortenLöschenKannst ja mal bei uns vorbeischauen wenn du magst♥
http://thepowerfullightofhappiness.blogspot.de/
Vielen Dank! <3
LöschenIch finde euren Blog echt süß. :)